Schmerzen und unser Umgang damit

Die meisten Menschen kennen Schmerzen als Teil des Lebens. Schmerzempfindung hat eine Funktion im Körper: sie ist ein Warnsignal. In unserem Leben lernen wir kontinuierlich mit Schmerzen, auch emotionale Schmerzen spüren wir körperlich.

In Situationen mit besonders viel Schmerz hat der Körper Strategien zur Verfügung, um weiter funktionieren zu können. Beispielsweise haben Menschen im Schockzustand eine andere Empfindsamkeit, sie haben weniger Schmerzempfinden. Als Körper haben wir die Fähigkeit, uns an bestimmte Bedürfnisse und Gegebenheiten anzupassen, wir lernen und entwickeln unbewusst Strategien um mit Schmerz umzugehen und greifen bei Bedarf darauf zurück.

Nach einer Verletzung an der rechten Hand lernst du beispielsweise mehr die linke Hand zu benutzen und versuchst den rechten Arm möglichst gut zu schützen und zu stabilisieren. Du spannst die rechte Seite an, hältst den Arm nahe an dir dran, atmest weniger und schränkst die Bewegungen ein. Meistens machen wir das bis die Schmerzen weniger werden. Aber wenn die Schmerzen über einen längeren Zeitraum anhalten, der Körper sich nicht vollständig erholen kann, bleiben wir vorsichtig, eingeschränkt und das hinterlässt Spuren im Körper. Es können Schmerzen im rechten Nacken bleiben, auch wenn deine rechte Hand schon wieder gesund ist.

Bewegung, Berührung und Aufmerksamkeit auf den Körperbereich und die Empfindung ermöglicht hier eine Veränderung.

Chronische Schmerzen oder andere andauernde und/oder wiederkehrende Symptome machen Angst. Angst vor den wiederkehrenden Schmerzen und/oder der damit verbundenen Einschränkung im Leben. Speziell für eine Veränderung von chronischen Symptomen ist es daher notwendig einen neuen Umgang mit der Angst und dem Schmerz zu lernen. Das kann beispielsweise beinhalten:

  • Wieder zu entdecken welchen Einfluss die Atmung auf den Schmerz hat, und wie ich sie nutzen kann um mehr zu entspannen.
  • Wie ich durch mehr Stille im Kopf aufmerksamer sein kann auf den Schmerz und wie ich Raum gebe für das, was meine Aufmerksamkeit verlangt.
  • Was im Körper passiert, wenn ich versuche den Schmerz zu ignorieren.
  • Trotz Angst und Hilflosigkeit gegenüber dem Schmerz, loszulassen und den Schmerz spüren zu lernen.

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